Soziale Woche

Soziale Woche der 10. Klassen

Perspektivwechsel

Wie fühlen sich Menschen, die auf andere angewiesen sind? Dieser Frage nachzugehen hat sich das Team von „Gemein- sam Mensch e.V.“ zur Aufgabe gemacht. Das Team selbst besteht aus Menschen mit und ohne Be- hinderungen und wurde von Frau Anita Donaubauer, die selbst durch eine spastische Lähmung an den Rollstuhl ge- bunden ist, ins Leben gerufen. Wir durften sie schon des Öfteren als Gäste begrüßen und auch in diesem Schuljahr gestalteten sie mit unseren Schü- lern der 10. Klassen zwei Projekttage im Januar, die für uns in erster Linie zur Vorbereitung unserer Schüler auf die So- ziale Woche dienen. In Gesprächsrunden, einem Blinden- und einem Rollstuhl- parkur, einem Workshop zu Greifbehinderungen und Roll- stuhlbasketball konnten die Schüler Fragen stellen, Situa- tionen von Menschen mit Behinderungen nachempfinden und erleben, dass auch Spiel und Sport zu einem Leben mit Behinderung zählen. Ganz nebenbei gelingt es dabei, Berührungsängste abzu- bauen. Denn oftmals ist es gar nicht der Unwille zu helfen, sondern es scheitert am „gewusst wie“. Es scheitert an der doch so einfachen Frage „Kann ich Ihnen helfen?“ und an der Erkenntnis, dass es dazu oftmals keiner großen Sprün - ge bedarf. Dass man durch diese Frage dem Gegenüber nicht zu nahetritt und dass Menschen mit Behinderungen in der Regel gelernt haben, offen „ja“ oder „nein“ zu sagen, wie es ihren Bedürfnissen entspricht und nicht, wie es die Höflichkeit manchmal im Umgang mit nichtbehinderten Menschen kompliziert werden lässt. Die Offenheit und die Fröhlichkeit unserer Gäste über- rascht mich und die Schüler immer wieder, und so ist die zweite wichtige Erkenntnis dieses Tages: „Auch mit Behin- derung, kann man Spaß am Leben haben“. Als Neuerung in diesem Schuljahr kam ein Workshop über den Umgang mit Demenz von Frau Weis am Projekttag mit hinzu. Demenz ist ein gesellschaftliches Feld, das mit der zunehmenden Alterung immer mehr an Bedeutung gewinnt, und wir müssen lernen damit umzugehen, denn auch demente Menschen haben ein Anrecht auf ein würdi- ges Leben im Alter. Mit den Erlebnissen und Gedankenanstößen an diesem Projekttag sehen wir unsere Schüler gut vorbereitet für die Soziale Woche und ich freue mich stets, wenn ich aus den Einrichtungen die Rückmeldungen bekomme, dass sich unsere Schüler als aufgeschlossene und sich aktiv im Prak- tikum einbringende junge Menschen präsentieren.

Was ist das?

Kindern mit Sehbehinderungen bei den Hausaufgaben helfen, Senioren betreuen, Menschen mit körperlichen Behinderungen bei ganz normalen Dingen des Alltags unterstützen und bei der Therapie von Menschen mit psychischen Krankheiten mitarbeiten. Dies sind alles Aufgaben, welche die Schüler/-innen normalerweise nicht lösen müssen, doch während der sozialen Woche können diese Anforderungen durchaus auf die Teenager zukommen. Zum 22. Mal setzten sich Schüler/-innen der 10. Jahrgangsstufe im Jahr 2018 mit den sozialen Werten unserer Gesellschaft auseinander und konnten Erfahrungen sammeln, die so nicht im Lehrplan stehen.

Die Auftaktveranstaltung "Perspektivwechsel" fand im Januar statt.

Fotos: Celina Renner und Johannes Wenig (beide aus dem Fototeam)

Der Bunte Abend

Den Abschluss bildete der Bunte Abend am 15. März in der Aula, in dem die Schüler/-innen von ihren Erfahrungen in unterschiedlichster Weise berichteten. Das Motto dieses Jahr lautete "Wir sind dann mal weg….".
Der Abend wurde von Nina Allmeier und Angelique Becker mit viel Witz und Humor moderiert. Unterhaltsam führten sie durch den Abend, indem sie die unterschiedlichen Aktivitäten der 10. Klässler ankündigten. Dabei begaben sie sich auf den Jakobsweg, wobei Angelique Becker den beschwerlichen Weg im Rollstuhl meisterte. Die Reise verlief von München über Salzburg, Feldkirch, Bern, Lyon, Le Puy, Logroño und León mit dem Ziel Santiago de COGela. Die einzelnen Herbergen stellten dabei die verschiedenen Förderzentren, Einrichtungen für körperlich und geistig behinderte Kinder und Erwachsene, Seniorenheime und Kindergärten dar.

Fotos: Jana Haier (Fototeam)

Die Beiträge der SchülerInnen waren auch in diesem Jahr wieder nachdenklich und amüsant, teilweise auch sehr ergreifend. Immer wieder wurden in den Vorträgen, die überwiegend in Gedichtform gestaltet waren, die positiven Erfahrungen erwähnt, die die Jugendlichen in dieser Woche sammeln durften, aber auch die Erkenntnis gewonnen, wie anstrengend die sozialen Berufe zeitweise sein können.

Das in der Pause vom Elternbeirat und vielen Helfern aus der Elternschaft bereitgestellte kalte Buffet lud zu weiteren Gesprächen zwischen Sponsoren, SchülerInnen, Lehrern, Eltern und den Vertretern der sozialen Einrichtungen ein, die in diesem Jahr zahlreich erschienen waren.

Die „soziale Woche“ wird durch das Engagement des Arbeitskreises, bestehend aus den Lehrkräften Frau Schicker und Herrn Priebe, den Sozialpädagogen des COGs und den Elternbeirätinnen Frau Bree, Frau Schwarz, Frau Braun, Frau Scheuerlein und Frau Nägele ermöglicht.