Zeitzeuge Abba Naor

Zeitzeuge Abba Naor

Holocaust-Überlebender Abba Naor

Am 02.02.2026 hatten mehr als 130 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 10 des Carl-Orff-Gymnasiums die einmalige Gelegenheit, die (Über-)Lebensgeschichte des bald 97-jährigen Abba Naor aus erster Hand zu erfahren und ihm persönliche Fragen zu stellen..

Abba Naor

Abba Naor schilderte zwei Stunden lang eindringlich, wie er die Grausamkeiten der Nationalsozialisten als Kind und Jugendlicher in seiner Heimat Litauen und später in Deutschland miterleben musste und dennoch überlebte. Er berichtete von seinem Alltag im Ghetto Kaunas und vom Schicksal seines älteren Bruders, der von einem Einkauf nie wieder zurückkehrte, weil er von der SS erschossen worden war. Er erzählte vom endgültigen Abschied von seiner Mutter und seinem kleinen Bruder, bevor diese nach Auschwitz deportiert wurden, von den Lebensumständen in einem Außenlager des KZ Dachau und schließlich vom Todesmarsch, den die Amerikaner erst am 2. Mai 1945 stoppen konnten.

Abba Naor

Am Ende seines beeindruckenden, ehrlichen und schonungslosen Vortrags stand er den Schülerinnen und Schülern Rede und Antwort. Auf die Frage hin, wie er es geschafft habe, all diese schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten, antwortete er: „Ich habe es nie verarbeitet.“

Abba Naor

Das Gespräch mit jungen Menschen sieht er heute als seine Lebensaufgabe an – damit diese nicht vergessen, was auch er nie vergessen kann, und dennoch erkennen, was Abba Naor trotz allem für sich verinnerlicht hat: „Das Leben ist eine feine Sache.“