Krebs und dann?

Krebs und dann?

Moritz Schanzer: Vom Betroffenen zum Mutmacher

Kurz vor den Osterferien 2026 durften wir einen ganz besonderen Gast im Religionsunterricht der 11. Klassen begrüßen: unseren ehemaligen Schüler Moritz Schanzer. 2019 legte er am COG sein Abitur ab, heute steht er mitten im 2. Staatsexamen seines Medizinstudiums an der LMU München. Mit ruhiger Stimme und großem Herzen teilte er seine Lebensgeschichte mit uns – eine Geschichte von Krankheit und Verlust, aber auch von Geduld, Hoffnung und außergewöhnlicher Stärke.

Moritz Schanzer zu Gast

Moritz nahm uns mit zurück in seine Kindheit. In der dritten Klasse erhielt er die niederschmetternde Diagnose Krebs. Es folgten lange Klinikaufenthalte, die Amputation des rechten Beins und eine intensive Chemotherapie. Offen sprach er darüber, was es bedeutet, als Kind über Wochen und Monate in Krankenhauszimmern zu leben: dass während der Chemo selbst ein Lieblingsessen wie Pudding nicht schmeckt; dass Unterricht für kranke Kinder nicht ausfällt, weil Bildung Halt geben kann und dass neben aller medizinischen Behandlung die psychosoziale Begleitung unverzichtbar ist: jemand, der zuhört, tröstet, aushält.

Moritz Schanzer zu Gast

Er verschwieg auch die dunklen Seiten nicht. Nicht jede Therapie schlägt an – ein gleichaltriger Mitpatient starb an seiner Krankheit. Diese Erfahrung hat ihn geprägt. Zugleich machte Moritz Mut: Zwei Drittel der Kinder überleben diese Krebsart – er selbst gehört dazu.

Moritz Schanzer zu Gast Im anschließenden Reha-Aufenthalt lernte Moritz, mit seiner Prothese zu gehen und wieder Vertrauen in seinen Körper zu fassen. Er probierte Sportarten aus, entdeckte neue Möglichkeiten und erlebte, wie viel Kraft in kleinen Fortschritten steckt. Die Reha war nicht nur für ihn wichtig. Auch seine Mutter und seine Schwester fanden dort Raum, ihre Sorgen auszusprechen, Antworten zu bekommen und als Familie gemeinsam stärker zu werden – besonders auch für seine jüngere Schwester war dies eine wichtige Zeit, die in der Behandlung ihres Bruders oft untergegangen ist.

Heute studiert Moritz Medizin und Philosophie – ein Weg, der aus seiner eigenen Geschichte gewachsen ist. Er möchte verstehen, heilen, begleiten. Neben dem Studium engagiert er sich im Verein „Initiative krebskranke Kinder München e. V.“. Dort schenkt er Kindern und ihren Familien etwas, das unbezahlbar ist: Zeit, Verständnis und Hoffnung. Er hört zu, teilt Erfahrungen, macht Mut – weil er weiß, wie viel es bedeutet, jemanden an der Seite zu haben, der den Weg kennt.

Sein Besuch hat uns tief berührt. Moritz zeigte uns, dass Stärke nicht das Fehlen von Angst ist, sondern das Weitergehen – Schritt für Schritt, mit Prothese und mit offenem Blick nach vorn.

Um das auch unsererseits noch etwas zu unterstützen, organisierten wir am 13. April einen Kuchenverkauf, dessen Erlös wir dem Verein „Initiative krebskranke Kinder München e. V.“ spendeten.

Wir danken Moritz von Herzen für seine Offenheit und wünschen ihm für sein 2. Staatsexamen und seinen weiteren Weg als Arzt alles Gute. Er bleibt für unsere Schulgemeinschaft ein leuchtendes Vorbild – für Mut, Empathie und die Kraft, aus Wunden Quellen der Hoffnung werden zu lassen.