Figurentheater Pantaleon

Wenn du einmal groß bist …

Figurentheater Pantaleon zu Gast am COG für die 9. Klassen

„Wenn du einmal groß bist….“ Dann, ja dann wollte Karikaturist und Künstler Bedrich Fritta seinem Sohn Tommy die Welt zeigen mit ihren Farben, den fremden Ländern und unterschiedlichen Menschen. „Wenn du einmal groß bist“, denn jetzt konnte er es nicht, denn er war, wie viele jüdische Bürger in seiner Zeit, eingesperrt in Theresienstadt, einem jüdischen Ghetto, das die Nazis der Welt als Vorzeigestadt präsentierten und das für die Bewohner doch nichts war als ein Gefängnis. Für Tommy malte Fritta deshalb die Welt „draußen“, in bunten Farben und fröhlichen Bildern. Für die Welt draußen aber malte Fritta das wahre Gesicht von Theresienstadt. Dass er dabei erwischt wurde, bedeutete für ihn den Tod. Seinem Sohn hinterließ er aber das Buch mit den Bildern „Für Tommy zum dritten Geburtstag in Theresienstadt“.

Alexander Baginski vom Münchner Figurentheater Pantaleon hat unter der Regie von Ioan C. Toma ein Stück für junge Menschen ab 14 entwickelt, das er am 1. Februar 2018 am Carl-Orff-Gymnasium präsentierte. Das Stück thematisiert nicht nur den Schrecken des Ghettos und die tragischen Umstände, unter denen das Buch entstanden ist. Auch Tommys Buch wird gezeigt als ein Zeugnis des Weiterlebens und des Optimismus. So wechseln sich in der Inszenierung Verhörszenen Frittas durch einen SS-Offizier mit Spielpassagen zwischen Vater und Sohn ab, die die in den Bildern gezeigten Inhalte umsetzen und in ihrer poetischen Idylle einen Kontrast setzen und den sarkastischen Hohn des Nazioffiziers umso schneidernder wirken lassen. Baginski spielt dabei alleine, seine Dialogpartner sind mit viel Detailfreude ausgestaltete Figuren, die der Schauspieler mit Geschick auf der Bühne zum Leben erweckt. Ein beeindruckendes Theatererlebnis, das im Foyer des Neubaus für alle Schüler*innen der 9. Jahrgangsstufe präsentiert und von den Deutschlehrer*innen der Klassen mit Hilfe von bereitgestelltem Material vor- und nachbereitet wurde.

  • Text: Stefanie Höcherl (Lehrerin)
    Fotos: Hanna Halder, Anastasia Dunst, Isabelle Gravica (Fototeam)
  • 18. Februar 2018
  • Sabine Thierfelder