Vortrag von Prof. Dietz

Faszination Physik

Vortrag von Prof. Dr. Dietz

Am 22.02.2016 sprach der Leibniz-Preisträger Prof. Dr. Hendrik Dietz (Labor für Biomolekulare Nanotechnologie der TU München) in der Aula des COG zum Thema „Maschinenbau auf der Nanoskala mit DNA-Origami“.

Nanoskalige Strichmännchen, die auf Befehl die Arme in Jubelpose anheben können – was auf den ersten Blick wie übertrieben kindlicher Spielbetrieb bei ansonsten doch so seriösen Wissenschaftlern aussehen mag, könnte sich in Zukunft als wichtiger Mosaikstein auf dem Weg zu einer neuen, revolutionären Form der medizinischen Diagnostik und Therapie entpuppen.

Am 18. Abend unserer Vortragsreihe „Faszination Physik“ ließen sich rund 130 interessierte Besucher in der gut besetzten Aula auf eine genauso anregende wie verblüffende Reise in eines der aktuell dynamischsten und faszinierendsten Gebiete der biomolekularen Grundlagenforschung ein. Mithilfe ausgewählter Stränge des Erbmoleküls DNA werden dabei unter Ausnutzung von Selbstorganisationseffekten verschiedene dreidimensionale Strukturen auf der Nanoskala erzeugt. Einzelne dieser Bausteine können anschließend zu noch komplexeren Bauelementen zusammengefügt werden. Dabei lassen sich erstaunliche Variationen durch Beeinflussung der jeweiligen chemischen und physikalischen Rahmenbedingungen erzielen. Ein großes Ziel der Forscher besteht darin, auf dieser Grundlage maschinenartige Nanowerkzeuge zu entwickeln, die zum Beispiel Medikamente punktgenau im menschlichen Körper transportieren könnten.

Mit Prof. Dr. Hendrik Dietz durften wir einen der weltweit führenden Wissenschaftler in der DNA-Nanotechnologie am COG begrüßen. Seit Sommer 2009 ist er Professor für Experimentelle Biophysik an der TU München und leitet aktuell das Labor für Biomolekulare Nanotechnologie. Im Jahr 2015 erhielt Dietz für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen den Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), den bedeutendsten Forschungsförderpreis in Deutschland. Er ist damit erst der vierte Physiker der TUM, dem diese Spitzenauszeichnung zuteil wurde.

  • Text: Gerd Hoffmann, Physik-FachbetreuerFotos: Daniel Hellmich
  • 27. Oktober 2016
  • Philipp Zschau