Vortrag von Michael Grün

Vortragsreihe „Faszination Physik“

Vortrag von Michael Grün

Am 20.02.2017 sprach der Buchautor und ehemalige Physik- und Mathematiklehrer Michael Grün in der Aula des COG zum Thema „Religion und die moderne Physik“.

Wer zuvor gedacht hatte, zwischen christlichem Glauben und naturwissenschaftlichem Denken müsse eine natürliche Gegnerschaft bestehen, konnte sich am 19. Abend unserer Vortragsreihe „Faszination Physik“ vom Gegenteil überzeugen lassen. Rund 130 Besucher in der erneut gut besetzten Aula ließen sich auf einen ausgesprochen interessanten und anregenden Dialog der Weltanschauungen ein, der durchaus das Potenzial dazu hatte, den einen oder anderen Umbruch des eigenen Denkens zu bewirken.

Mit Michael Grün durften wir dabei einen Referenten begrüßen, der sich sowohl in der Physik als auch der Theologie heimisch fühlt. Über 35 Jahre lang hat er als Physik- und Mathematiklehrer an bayerischen Gymnasien unterrichtet und zudem als Fachbetreuer und Referent im Fachgebiet Physik gewirkt. Im Jahre 2015 hat er zusammen mit seinem Bruder, dem bekannten und populären Benediktinerpater Anselm Grün, das sehr interessante und lesenswerte Buch „Zwei Seiten einer Medaille – Gott und die Quantenphysik“ veröffentlicht.

Im Gegensatz zur klassischen Physik mit ihrem Selbstverständnis eines fast allumfassenden Wissens, enthält die moderne Physik genügend Aspekte, die auch Platz für etwas anderes als das beobachtende und messende Wahrnehmen der Natur lassen. In seinem Vortrag konnte Michael Grün diesen Wandel in sehr klarer und gut nachvollziehbarer Art und Weise anhand einiger Erkenntnisse der Kosmologie, der Relativitätstheorien und vor allem der Quantenphysik veranschaulichen. Besonders eindrücklich waren dabei sicherlich die Ausführungen zur so genannten „Nichtobjektivierbarkeit“: Wenn sich ein Quantenobjekt in seinen Eigenschaften grundlegend ändert, sobald es beobachtet wird, so ist es dem Beobachter gar nicht möglich zum „echten“ Wesen des Objekts vordringen. Die physikalische Methode kann hier also nicht zu einer absoluten Wahrheit führen – und öffnet damit automatisch den Raum für andere Zugänge zu unserer Welt.

  • Gerd Hoffmann (Fachbetreuer)
    Daniel Hellmich (Fototeam)
  • 03. April 2017
  • Unbekannt