Eine Welt

P-Seminar "Eine Welt"

Konflikte um Land

Jeden Tag benutzen und gebrauchen wir diverse Kosmetikartikel, Lebensmittel oder auch unsere modischen Accessoires. In nahezu all diesen Produkten ist Palmöl enthalten oder es wird Palmöl zur Produktion benötigt. Keiner hinterfragt jedoch, wie dieses Palmöl hergestellt wird. Nun haben wir, das P-Seminar „Eine Welt“ unter der Leitung von Frau Thierfelder und Herr Siegert, uns mit dem Thema auseinandergesetzt und haben uns als Ziel gesetzt, auch andere Schüler und Schülerinnen darüber zu informieren. Dazu führten wir am 14.10.2019 ein Planspiel mit dem Titel „Konflikt um Land“ mit den 9. Klassen durch.

Hauptsächlich ging es darum, dass ein Tropenwald gerodet und ein Dorf umgesiedelt werden muss, damit ein Konzern eine Palmölplantage und einen Verarbeitungsbetrieb errichten kann.

Zunächst sahen sich die Schüler ein Kurzvideo an, dass von unserem Seminar selbst erstellt worden ist. Darin wurden sie über die Problemstellung und die verschiedenen Rollen informiert, die sie übernehmen konnten. Anschließend wurden die Klassen in verschiedene Gruppen aufgeteilt und die Schüler beschäftigten sich mit ihrer Rolle. Zur Auswahl standen zum Beispiel die Rollen des Geschäftsführers, des Konzerns, der Regierung, der Journalisten oder der Kleinbauern.

Nachdem sich alle Schüler in ihre Rollen eingearbeiteten hatten, tauschten sie sich mit anderen Teilnehmern des Planspiels über ihre Standpunkte aus. Danach wurde eine Podiumsdiskussion durchgeführt. Ein Vertreter jeder Gruppe trug die Argumente vor. Durch die Errichtung könnten zum Beispiel neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Außerdem könnte die Infrastruktur der Region erheblich verbessert werden. Auf der anderen Seite müssten Menschen ihre Heimat verlassen und der Lebensraum von Tieren (z.B. von Menschenaffen) würde zerstört werden. Es wurde versucht, Lösungen oder Kompromisse für die verschiedenen Probleme zu finden. Dazu war eventuell eine Rücksprache mit den Mitgliedern der eigenen Gruppe notwendig. Nachdem alle Lösungsvorschläge vorgetragen, diskutiert und überarbeitet wurden, kam es zur Abstimmung. Jeder Schüler konnte mit Hilfe eines Smartphones über mentimeter.com einen der erarbeiteten Lösungsvorschläge auswählen. Die anonyme Abstimmung konnte live über den Beamer verfolgt werden.

In einer Feedbackrunde konnten die Schüler Lob und Kritik für die Durchführung des Planspiels äußern.

Die Schüler der 9. Klassen waren bei der Diskussion mit Freude und Elan dabei und wir, das P-Seminar „Eine Welt“, bedanken uns für die Mitarbeit.

Text: Christoph Lautenschlager; Fotos: Christoph Lautenschlager und Fototeam

Exkursion nach Berlin

12. März 2019, 7:52Uhr: Treffpunkt am Bahnhof Lohhof. Trotz der frühen Uhrzeit und zu wenig Schlaf steigt die Vorfreude auf Berlin. Die anschließenden fünf Stunden Fahrt hatten wir uns schlimmer vorgestellt, doch mit Musik, Schlaf und verschiedenen Spielen, verging die Zeit wie im Flug. Direkt nach der Ankunft mussten wir allerdings feststellen, dass auch in Berlin das Wetter nicht besser war als in München. Nachdem wir unsere Koffer im Hostel direkt abgestellt und eine kurze Pause gemacht hatten, ging unser Programm schon gleich weiter.
Wir besuchten den „Tränenpalast“ am Checkpoint Charlie, wo früher die Grenzübergangsstelle Bahnhof Friedrichsstraße war. Innerhalb des Tränenpalasts befinden sich die damaligen Kontroll- und Abfertigungsschalter der DDR. Auch unsere Lehrer berichteten uns ihre eigenen Erfahrungen zum getrennten Berlin. Im Museum bekamen wir durch persönliche Briefe und Geschichten einen Eindruck davon, wie die Mauer das Leben der Leute beeinflusst hat. Anschließend haben wir noch eine kleine Stadtführung durch Berlin gemacht, bei der wir unteranderem den Fernsehturm, den Alexanderplatz und natürlich die Berliner Mauer gesehen haben. Über die jeweiligen Sehenswürdigkeiten konnte Herr Siegert uns noch viele interessante Sachen erzählen. Unseren ersten Abend ließen wir alle zusammen mit italienischem Essen in der L’Osteria gemütlich ausklingen. Anschließend durften wir in kleinen Gruppen selbst etwas unternehmen.

Am nächsten Tag besuchten wir gemäß unserem Seminarthema „Eine Welt“ das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Dort war schon ein Planspiel für uns vorbereitet, in welchem wir die Entwicklungszusammenarbeit zwischen Deutschland und dem fiktiven Staat Zawadi simulieren mussten. Zawadi ist ein Entwicklungsland, das durch den Tourismus in seinen Nationalparks lebt. Wir mussten uns in kleinen Gruppen in die verschiedenen Rollen der Bevölkerung, Nationalparkverwaltung, lokalen Regierung und des Tourismusverbands hineinversetzen und ihre Interessen vertreten. Das Ziel war, einen Kompromiss zu erarbeiten, wie wir mit 1 000 000 $ ein gutes Leben für die Bevölkerung sicherstellen können. Es war interessant zu sehen, wie kompliziert es ist, alle Interessen zu berücksichtigen. Nach diesem informativen Vormittag haben wir erstmal eine Stärkung gebraucht. Ob Döner oder McDonalds, in Berlin waren wir gut versorgt.
Anschließend besuchten wir das Panorama Berlin „Die Mauer“ des Künstlers Yadegar Assisi. Das 15m hohe und 60m lange 360°- Panorama mit verschiedenen Licht- und Toneffekten hat eine realistische und beeindruckende Atmosphäre geschaffen. Den restlichen Tag konnten wir uns frei gestalten.

Am letzten Tag stand der Besuch des Bundestags auf dem Programm, wo wir die Möglichkeit hatten, bei einer Sitzung mit dem Thema „Fairplay in der digitalen Welt“ zuzuschauen. Es war interessant, eine Bundestagssitzung, die man sonst nur im Fernsehen sieht, live im Plenarsaal mitzuverfolgen. Anschließend haben wir uns mit dem Fraktionsvorsitzenden von den „Grünen“, Anton Hofreiter, getroffen und konnten ihm Fragen stellen. Hauptsächlich haben wir mit ihm über seine persönliche Meinung zum Brexit und zum Klimawandel geredet. Außerdem hat er uns erklärt, wie er Politiker geworden ist. Mittags haben wir dann nach einer längeren Wartezeit in der Kantine des Paul-Löbe-Haus gegessen, in dem sich die Büros der Bundestagsabgeordneten befinden.
Dann war unsere Exkursion auch schon zu Ende und es ging für uns zurück nach München. Nach einer abenteuerlichen Rückreise mit defektem ICE und Schienenersatzverkehr kamen wir weit nach Mitternacht wohlbehalten zu Hause an.

Text: Elisa Elsbacher, Katharina Niesel; Fotos: Sabine Thierfelder