Eine Welt

P-Seminar "Eine Welt" in Berlin

12. März 2019, 7:52Uhr: Treffpunkt am Bahnhof Lohhof. Trotz der frühen Uhrzeit und zu wenig Schlaf steigt die Vorfreude auf Berlin. Die anschließenden fünf Stunden Fahrt hatten wir uns schlimmer vorgestellt, doch mit Musik, Schlaf und verschiedenen Spielen, verging die Zeit wie im Flug. Direkt nach der Ankunft mussten wir allerdings feststellen, dass auch in Berlin das Wetter nicht besser war als in München. Nachdem wir unsere Koffer im Hostel direkt abgestellt und eine kurze Pause gemacht hatten, ging unser Programm schon gleich weiter.
Wir besuchten den „Tränenpalast“ am Checkpoint Charlie, wo früher die Grenzübergangsstelle Bahnhof Friedrichsstraße war. Innerhalb des Tränenpalasts befinden sich die damaligen Kontroll- und Abfertigungsschalter der DDR. Auch unsere Lehrer berichteten uns ihre eigenen Erfahrungen zum getrennten Berlin. Im Museum bekamen wir durch persönliche Briefe und Geschichten einen Eindruck davon, wie die Mauer das Leben der Leute beeinflusst hat. Anschließend haben wir noch eine kleine Stadtführung durch Berlin gemacht, bei der wir unteranderem den Fernsehturm, den Alexanderplatz und natürlich die Berliner Mauer gesehen haben. Über die jeweiligen Sehenswürdigkeiten konnte Herr Siegert uns noch viele interessante Sachen erzählen. Unseren ersten Abend ließen wir alle zusammen mit italienischem Essen in der L’Osteria gemütlich ausklingen. Anschließend durften wir in kleinen Gruppen selbst etwas unternehmen.

Am nächsten Tag besuchten wir gemäß unserem Seminarthema „Eine Welt“ das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Dort war schon ein Planspiel für uns vorbereitet, in welchem wir die Entwicklungszusammenarbeit zwischen Deutschland und dem fiktiven Staat Zawadi simulieren mussten. Zawadi ist ein Entwicklungsland, das durch den Tourismus in seinen Nationalparks lebt. Wir mussten uns in kleinen Gruppen in die verschiedenen Rollen der Bevölkerung, Nationalparkverwaltung, lokalen Regierung und des Tourismusverbands hineinversetzen und ihre Interessen vertreten. Das Ziel war, einen Kompromiss zu erarbeiten, wie wir mit 1 000 000 $ ein gutes Leben für die Bevölkerung sicherstellen können. Es war interessant zu sehen, wie kompliziert es ist, alle Interessen zu berücksichtigen. Nach diesem informativen Vormittag haben wir erstmal eine Stärkung gebraucht. Ob Döner oder McDonalds, in Berlin waren wir gut versorgt.
Anschließend besuchten wir das Panorama Berlin „Die Mauer“ des Künstlers Yadegar Assisi. Das 15m hohe und 60m lange 360°- Panorama mit verschiedenen Licht- und Toneffekten hat eine realistische und beeindruckende Atmosphäre geschaffen. Den restlichen Tag konnten wir uns frei gestalten.

Am letzten Tag stand der Besuch des Bundestags auf dem Programm, wo wir die Möglichkeit hatten, bei einer Sitzung mit dem Thema „Fairplay in der digitalen Welt“ zuzuschauen. Es war interessant, eine Bundestagssitzung, die man sonst nur im Fernsehen sieht, live im Plenarsaal mitzuverfolgen. Anschließend haben wir uns mit dem Fraktionsvorsitzenden von den „Grünen“, Anton Hofreiter, getroffen und konnten ihm Fragen stellen. Hauptsächlich haben wir mit ihm über seine persönliche Meinung zum Brexit und zum Klimawandel geredet. Außerdem hat er uns erklärt, wie er Politiker geworden ist. Mittags haben wir dann nach einer längeren Wartezeit in der Kantine des Paul-Löbe-Haus gegessen, in dem sich die Büros der Bundestagsabgeordneten befinden.
Dann war unsere Exkursion auch schon zu Ende und es ging für uns zurück nach München. Nach einer abenteuerlichen Rückreise mit defektem ICE und Schienenersatzverkehr kamen wir weit nach Mitternacht wohlbehalten zu Hause an.