CERN-Fahrt

CERN-Fahrt

Wer Herrn Hoffmann schon öfters in einer Vertretungs-, Physik- oder sonstigen Stunde hatte, ist um eines sicherlich nicht herumgekommen: diesen ominösen Teilchenbeschleuniger mit drei Buchstaben, den LHC. Die Fahrt zum Forschungszentrum CERN war also nur passend als krönender Abschluss für ein Dutzend Zwölftklässler*innen, die zusammen mit Herrn Hoffmann, Frau Honal und den Schüler*innen des Q11-P-Seminars Physik im März zu diesem ganz besonderen Physikerlebnis aufbrachen.

Nach der etwa achtstündigen Anfahrt und dem Beziehen der Zimmer in der Jugendherberge am Donnerstagnachmittag lud Herr Hoffmann die Teilnehmer*innen zu einem Spaziergang durch das nächtliche Genf ein – gewürzt mit interessanten Fakten über die Stadt selbst, die Schweiz im Allgemeinen und durchaus nicht ohne Anspruch an physikalische Grundkenntnisse. Hier eine Kostprobe:

Die Fontäne im Genfer See hat eine Höhe von 140 m.
Mit welcher Geschwindigkeit muss das Wasser unten aus der Düse kommen?
(Lösung am Ende des Artikels)

Am Freitag jedoch sollten die Physikerherzen der COGler höher schlagen: Unter Anleitung des selbst ernannten Quotenösterreichers Jeff – mindestens genauso begeistert vom CERN wie Herr Hoffmann selbst – durfte man das weitläufige Gelände im Grenzgebiet der Schweiz und Frankreichs erkunden. Die Tour begann mit der Besichtigung des Synchrozyklotrons (SC), des ältesten und mittlerweile stillgelegten Teilchenbeschleunigers am CERN.
Eindrucksvoll wurden multimedial der Zusammenbau und die Funktionsweise des SC gezeigt, die die meisten CERN-Fahrer*innen schon aus dem Physikunterricht gekannt haben dürften.
Jeff feierte sich sehr für sein SJCool LAB (man beachte das „J“ für „Jeff“), das das nächste Ziel sein sollte. Hier bauten die Schüler*innen ihre eigenen Nebelkammern, in denen mittels kondensierendem Isopropanoldampf verschiedenste Teilchen (z.B. Myonen aus der kosmischen Strahlung) sichtbar gemacht werden können. Diese funktionierten bei allen Gruppen einwandfrei und faszinierten nicht minder.

Der Besuch der so genannten Antimatter Factory sollte sich dem Mittagessen in der CERN-Kantine anschließen, bei dem man zusammen mit diversen Nobelpreisträgern speisen konnte – naja, zumindest im selben Raum. Die Antimatter Factory beherbergt den Antiprotonenentschleuniger (AD), mit dessen Hilfe Antiprotonen auf nutzbare Geschwindigkeiten gebracht und anschließend mit Positronen zu Antiwasserstoff verbunden werden können. Ziel dieses Experiments ist es, die Eigenschaften von Antimaterie (z.B. deren Gravitationsverhalten) zu erforschen.

An einen Einblick in das Rechenzentrum des CERN schloss sich das absolute Highlight an – die Augen der Schüler*innen leuchteten ebenso wie die von Herrn Hoffmann –, der Besuch des CMS-Experiments in Frankreich. Die COGler fuhren in zwei Gruppen 120 Meter unter die Erde, um sich nach diversen Sicherheitsschleusen vor dem gigantischen CMS-Detektor wiederzufinden, der – stark vereinfacht – eine riesige Radarfalle für kleinste Teilchen ist und an dem in Kooperation mit ATLAS das Higgs-Boson entdeckt wurde. Der Anblick dieses fünf Stockwerke hohen, kreisrunden Meisterstücks physikalisch-ingenieurischer Bauwerkskunst war überwältigend und kann weder in Worten noch in Bildern adäquat wiedergegeben werden.
Der für die Rückfahrt angesetzte Bern-Besuch musste mangels guten Wetters leider entfallen, bot den COGlern jedoch die Möglichkeit, die Ereignisse und Eindrücke des vorangegangenen Tages zu verarbeiten und zu würdigen. Abschließend lässt sich auf alle Fälle von einer mehr als gelungenen Exkursion sprechen, an der teilgenommen zu haben ein exklusives Erlebnis für die COGler war – denn vor allem ein Besuch bei CMS bleibt den meisten Menschen doch verwehrt.

Lösung der Aufgabe:

  • Autor: Julius Hlawatsch (Q12)
  • 15. November 2018
  • Unbekannt