Theaterleidenschaft und Spielfreude
Der Grundkurs Drama bei den Bayerischen Theatertagen
"Wer will denn die Jugend im Theater?" - spätestens jetzt ist die Frage, die sich der Grundkurs Dramatisches Gestalten 2006/2007 in seiner Inszenierung von
"Kabale und Liebe" in einer Fassung nach Luigi Pirandello stellte, beantwortet. 12 Theatergruppen von Gymnasien aus ganz Bayern kamen im Juli 2007 nach
Bad Kötzting zu den
Bayerischen Schultheatertagen, um ihre aktuellen Stücke vorzustellen und zu diskutieren - darunter auch das COG.
Als während der Proben Arbeitsaufwand und Begeisterung im Team immer stärker zunahmen, war der Entschluss, sich für die Bayerischen Theatertage zu bewerben, schnell gefasst. Der von der Landesarbeitsgemeinschaft Schulspiel geschickte Beobachter war - wie so manche
Zuschauer - von der Aufführung im Gleis 1 begeistert und so wurde der Grundkurs ins oberpfälzische Bad Kötzting eingeladen.
Die Herausforderung bestand nun darin, nach dem Erfolg der Aufführungen und trotz des Post-Abi-Stresses vieler Mitspieler weiterzuarbeiten, das Stück auf 50 Minuten zu kürzen und nach vier Monaten noch einmal mit derselben Leidenschaft zu spielen wie im März. Einer Leidenschaft für Theater jedoch, die - war sie denn jemals erloschen - sehr schnell wieder entfacht wurde.
Ein Theaterfestival mit weit über 100 Teilnehmern, einem dichten Rahmenprogramm, einer hervorragenden Organisation und zwölf völlig unterschiedlichen Theaterstücken - von mitreißender Komik bis hin zu bewegendem Ernst, natürlich manche besser, manche schlechter, die meisten aber originell, durchdacht oder zumindest kontrovers und damit einer Diskussion wert - führt schnell zu Begeisterung.
Als man bereits Interpretationen von Goethe, Wedekind und Ionesco, aber auch Eigenproduktionen beobachtet, teilweise bewundert und auch besprochen hatte - jede Gruppe setzte sich in einer Diskussionsveranstaltung mit der Aufführung einer anderen Schule auseinander, wir analysierten den "absurluten Wahrsinn" des Gymnasiums Stein -, hatten wir die ehrenvolle, vielleicht auch schwierige Aufgabe, die Theatertage mit unserer Aufführung abzuschließen.
In der Kötztinger Jahnhalle kam noch einmal die ganze Begeisterung auf, die Spielfreude, das "kreative Chaos", das die Aufführungen im März wie das ganze Jahr der Grundkursarbeit unter der Leitung von Michael Blum geprägt hatte. Entsprechend positiv das Fazit der Besprechung und die Kritikerstimmen hinterher. Ein Wettbewerb waren die Theatertage ja nicht - alle Teilnehmer waren bereits Sieger -, aber es ist doch ein Erfolg zu wissen, dass man sich vor kaum einer Gruppe hätte verstecken müssen.
Ein großer Erfolg zum Abschluss einer Entwicklung, die binnen eines Jahres fast aus dem Nichts - lediglich aus der Spielfreude als leistungsstarkem Antrieb - ein Bühnenspektakel entstehen ließ, bei dem man sich an klassisches Theater ebenso wagte wie an kreative Interpretationen und eigene Szenen. Den endgültigen Abschluss dieses Jahres bildete eine kleine Feier in dem Haus in Schwarzach, wo mit der Theaterfahrt im Herbst alles begonnen hatte.
Pressestimmen
Bad Kötztinger Zeitung |
Bad Kötztinger Umschau
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Gymnasium in Bayern 10/2007 |
Autor: Michael W. Müller, K12 (2006/07)
Homepagemitarbeiter:
Thi15.08.2011