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W-Seminar "South Africa"

Wiedersehen mit Jugendlichen aus Kapstadt

Seminar South Africa Seminar South Africa

Zum Abschluss des W-Seminars "Talking about South Africa" von Frau Höcherl hatten die Schüler am 22. Oktober 2010 noch mal die Gelegenheit, im Rahmen einer Videokonferenz mit Jugendlichen aus Kapstadt zu sprechen. Die Südafrikaner, die an einem Projekt zur beruflichen Förderung von jungen Leuten teilnehmen, sprachen offen über ihr Leben, die Weltmeisterschaft und Probleme wie Drogen, HIV und Kriminalität. Aber es wurde auch viel gelacht, zum Beispiel als man sich gegenseitig Lieder vorsang oder als sich die Deutschen an südafrikanischem Streetdance probierten. Ermöglicht wurde die Konferenz durch das katholische Missionswerk Missio, in deren Räumen und mit deren Anlage die Videokonferenz durchgeführt wurde.

Weißwurstfrühstück mit einer Aidswaisin

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Seminar South Africa Eigentlich war es ein ganz normales bayerisches Frühstück, das 15 Schüler des W-Seminars "South Africa" am 16.03.2010 miteinander aßen, mit Weißwürsten, Brezen und Semmeln, Marmelade, Joghurt und Obst - wäre nicht diese junge schwarze Südafrikanerin gewesen, die da mit am Tisch saß, etwas erstaunt ein Stück von ihrer Weißwurst probierte und engagiert und lebendig aus ihrem Leben erzählte. Zinhle Mbambo ist Aids-Waisin, von ihren Eltern kennt sie nicht einmal den Namen. Und sie ist HIV-positiv. Ob sie sich schon bei ihren Eltern infizierte oder später, als sie vom Sohn ihrer Pflegefamilie vergewaltigt wurde, weiß man nicht. Trotz dieser Schicksalsschläge ist sie eine lebensfrohe, mutige Frau, die - so erklärte sie den Unterschleißheimer Schülern - ihre Geschichte erzählen will um die jungen Leute aufzuwecken, denn sie seien es, die Dinge verändern können. Sie erzählte von ihrem Freund, von den Schwierigkeiten eine Beziehung trotz HIV aufzubauen, von den Ängsten abgewiesen zu werden. Und sie beschwerte sich über die Ignoranz vieler südafrikanischer Männer, die das HIV-Problem noch immer nicht sehen wollen.
Zinhle wird unterstützt durch das katholische Missionswerk Missio, das sie zu einer zentralen Person der Aktion "Schutzengel" machte. Missio organisiert auch diese Reise nach Deutschland, die die junge Frau nach München, Hamburg und Berlin führen wird.Begleitet wird sie durch Patrick Foster, der jahrelang das Heim leitete, in dem sie aufgewachsen ist. Beiden gelang es, die deutschen Schüler aufzurütteln, nicht nur durch ihre Berichte über Südafrika, sondern auch durch Fragen, die von ihnen forderten, ihre Lebenseinstellung zu überprüfen: "Was würdest du sagen, wenn deine Freundin dir auf einmal sagt, dass sie HIV-positiv ist?" oder "Was denkt ihr, sollten HIV-Infizierte Sex haben?"
Das Gespräch regte zum Nachdenken an - über HIV, das Leben, über Südafrika und auch über Deutschland.

Angeregtes Gespräch mit Jugendlichen aus Kapstadt

Per Videokonferenz hatten am Mittwoch, 24.02.2010 die Schüler des W-Seminars "South Africa" von Frau Höcherl Gelegenheit mit Jugendlichen aus Kapstadt zu sprechen. Am Anfang waren sie noch etwas nervös, aber dann entspannte sich die Stimmung rasch: Man sprach über Hobbys, Diskos, Musik und Fußball. Die einzelnen Gruppen, die jeweils aus acht Jugendlichen bestanden, sangen sich gegenseitig Lieder vor und lachten miteinander.
Bei so einer Unterhaltung könnte man beinahe vergessen, dass die afrikanischen Gesprächspartner aus ärmsten Verhältnissen stammen. Sie kommen aus den Armenvierteln um Kapstadt oder leben auf der Straße und treffen sich im Institut der Salesianer Don Bosco um eine Ausbildung zu machen. Dieses Institut wurde 1910 gegründet und hat es sich zur besonderen Aufgabe gemacht, die Reintegration von Straßenkindern in Kapstadt zu fördern und ermöglicht deshalb den Jugendlichen den Schulbesuch oder eine Berufsausbildung. Sie helfen bei der Jobsuche und stellen, soweit möglich, den Kontakt zu den Familien wieder her. Das Institut der Salesianer wird auch unterstützt durch das katholische Missionswerk "Missio". Dieses ermöglichte auch den Unterschleißheimer Schülern die Videokonferenz, die von der Missio - Bildungsreferentin Anna Noweck geleitet wurde.

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Bei dem sozialen Hintergrund der Afrikaner blieben natürlich auch die Fragen nach Konflikten nicht aus. Sie wollten wissen, was die Probleme der Jugendlichen in Deutschland sind und sprachen selbst ganz offen über Drogenprobleme, Vergewaltigungen, HIV und jugendliche Schwangerschaften. Sie erstaunten die Deutschen mit der Feststellung, dass es in Südafrika recht gewöhnlich sei, dass ein Mann zwei oder mehr Freundinnen oder auch Frauen hat.
Doch trotz der Probleme kam in dem über einstündigen Videogespräch keine Trauer auf. Fröhlich und gut gelaunt präsentierten sie sich. Fragen nach der Wohnsituation wichen sie eher aus, erzählten stattdessen lieber von dem Computerzugang, den sie trotz der Armut haben. Und so endete das Gespräch auch mit dem Austausch von Facebook-Adressen und dem aufrichtigen Wunsch, die hier begonnene Begegnung per Computer fortzuführen.




Autor: Stefanie Höcherl (Lehrerin)
Homepagemitarbeiter: Patrick Melchner
18.11.2010