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Löten und Wickeln für Neuntklässler

"Wir basteln einen Elektromotor"
Ein Kurzprojekt im Physikunterricht

Die Schüler aller fünf naturwissenschaftlich-technologischen neunten Klassen des Carl-Orff-Gymnasiums kamen im Herbst 2011 in den Genuss, einen eigenen Elektromotor selbst zu bauen. Dabei waren handwerkliche Geschicklichkeit beim Wickeln der Spulen und Löten der Kontakte ebenso gefragt wie theoretisches Knowhow aus dem Unterricht.
Die Bilder zeigen Schüler der Klasse 9F während der Arbeit. Das Miniprojekt umfasste jeweils drei bis vier Unterrichtseinheiten von den Vorbereitungen über den Zusammenbau bis zur Endmontage der Bausätze. Zum Abschluss konnten die Motoren gestestet und ggf. noch verbessert werden.
Als Physiklehrer freue ich mich sowohl über die Begeisterung und Präzision meiner Jungs und Mädchen als auch über ihr hautnahes „Be-Greifen“ der Wirkung und des Zusammenspiels von Spule, Magnetfeld, Lorentzkraft und Kommutator. Oft genug fallen haptische Erfahrungen einer systembedingten „Kreidephysik“ zum Opfer, und bedauerlicherweise betreffen Unterrichtskürzungen aufgrund unzureichender Lehrerzuweisungen durch das Ministerium jedes Jahr meist zuerst die scheinbar „unwichtigen“ Stunden wie Intensivierungen oder naturwissenschaftliche Praktika. Im Interesse eines abwechslungsreichen und nachhaltigen Unterrichts gilt es hier gezielt gegenzusteuern! Die Schülerinnen und Schüler zogen eine durchaus positive Bilanz: Ihre fertigen Motoren absolvierten erfolgreich den Probelauf. Einzelexemplare erreichten nach optimalem „Fein-Tuning“ Drehzahlen von mehreren Tausend UPM. Und wir konnten das Prinzip des Elektromotors am realen Modell zum Leben erwecken – und hatten obendrein Spaß dabei.


Autor: Michael Kornherr, Lehrer
Homepagemitarbeiter: Fabian Gehrlicher
01.11.2011