Seit 1995 können Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen am Austausch mit dem Monseigneur Frencken College
(www.frencken-college.nl) in Oosterhout/Niederlande teilnehmen. Die Austauschpartner aus Oosterhout kommen immer Ende September zur Oktoberfestzeit für eine Woche, und unser Gegenbesuch findet dann nach Ostern statt.
Das Ziel des Austauschs mit einer niederländischen Schule ist der Abbau von Vorurteilen über das Nachbarland. Dies ist vor allem wichtig für die niederländische Jugend, denn Deutschland ist in unserem Nachbarland nicht besonders beliebt. Die Medien halten die Erinnerung an unsere dunkle gemeinsame Vergangenheit wach, den Überfall der Nazi-Truppen auf das neutrale Nachbarland und den Abtransport und die Ermordung der jüdischen Bevölkerung. Nicht ohne Grund ist das Anne Frank Huis in Amsterdam jedes Jahr Ziel von Tausenden von Besuchern auch aus den Niederlanden. Bei der niederländischen Jugend ist es nicht "in", deutsch zu sprechen oder nach Deutschland in Urlaub zu fahren. Diesem Trend wollen wir durch diesen Austausch entgegensteuern, und in den vergangenen dreizehn Jahren scheint uns das zumindest bei den Teilnehmern unseres Schüleraustauschs gelungen zu sein.
Oosterhout liegt im Südwesten der Niederlande in der Provinz Noord-Brabant, ca. 1 Stunde von Rotterdam und ca. 45 Minuten von Antwerpen in Belgien entfernt. Es ist eine Kleinstadt mit ca. 40 000 Einwohnern und einem hübschen historischen Stadtkern und gemütlichen Lokalen und Kneipen.
Das Mgr. Frencken College hat etwa 1200 Schüler und besteht aus einem Atheneum, vergleichbar mit einem bayerischen neusprachlichen und naturwissenschaftlichen Gymnasium, und einem Havo-Zweig, vergleichbar mit einer bayerischen Realschule. Vor drei Jahren wurde dort der bisher nur auf das Carl-Orff-Gymnasium beschränkte Austausch ausgeweitet zu einem internationalen Austauschprojekt mit dem trendigen Namen "XP-RienZZ the Netherlands", an dem nun auch Schülerinnen und Schüler aus der Tschechischen Republik, aus Italien und aus Litauen teilnehmen.
Bisher waren - bis auf ganz wenige Ausnahmen - jedes Mal die Teilnehmer von beiden Partnerschulen sehr zufrieden oder sogar begeistert von dem Austausch. Manche wollten sogar gleich in das andere Land auswandern. Bei mehreren Austauschbesuchen konnte ich mich selbst davon überzeugen, dass sich bei allen Teilnehmern das Bild vom anderen Land durch den Austausch sehr verändert hat - zum Positiven, wie mir scheint.