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Zeitzeuge Naor zu Gast am COG

"Es gibt keine Kollektivschuld, aber eine Kollektivverantwortung", so Abba Naor, der anlässlich des Gedenktages an die Opfer des Nationalsozialismus im Januar 2012 von seinem Leben als Jude zur Zeit des Nationalsozialismus erzählt.

Die Schüler der 9. Jahrgangsstufe lauschten ergriffen den Ausführungen des 84-Jährigen, der das Ghetto in Kaunas (Litauen), das Konzentrationslager in Stutthof (bei Danzig) und mehrere Außenlager des Konzentrationslagers Dachau sowie einen der so genannten Dachauer Todesmärsche überlebt hat.

Abba Naor

Im Alter von 13 Jahren endet Naors Kindheit abrupt als er nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht 1941 als Jude mit seinen Eltern und seinen beiden Brüdern ins Ghetto musste. Sein älterer Bruder wurde bei der verbotenen Suche nach etwas Essbarem erschossen. 1944 wurde die restliche Familie Naor ins KZ Stutthof deportiert. Abba Naor wird bei der Ankunft von seiner Mutter und seinem Bruder getrennt, diese werden weiter ins Vernichtungslager nach Auschwitz deportiert und dort am 26. Juli 1944 vergast. Abba Naor kommt zum Arbeitseinsatz in die Außenlager des Konzentrationslagers Dachau, Utting und Kaufering. Sein Vater und er finden sich nach der Befreiung 1945 wieder, die Abba Naor nach neun Tagen Todesmarsch am 2. Mai 1945 erlebte.

Eineinhalb Stunden hören die Schüler des COG den Erzählungen Abba Naors so gespannt und betroffen zu, dass man sprichwörtlich die Nadel im Heuhaufen hätte fallen hören können.

Autor: Sabrina Haupt, Lehrerin
Homepagemitarbeiter: Thi
07.02.2012